Jay Jay, Gesehen, verliebt, adoptiert ...

Redaktion: Kathrin Richter 14.04.2017 (Foto mit freundlicher Genehmigung von C.)

Conny, eine Hundefrau aus dem Norden erzählt, wie das Schicksal sie zu Jay-Jay führte.

JayJay mit 4 Monaten

Redaktion: Danke, dass Du uns ein paar Fragen zum Thema Hundekind - Dein Hundekind beantwortest!

Conny; Kein Problem, mach ich gerne!

Redaktion: Du hast heute 2 Hunde, JayJay kam als Welpe zu Dir, hattest Du schon Erfahrung mit einem so jungen Hund?

Conny; Nein, hatte ich nicht. Mein erster Hund Sam kam mit 1 1/2Jahre von der Norddeutschen Tierhilfe zu uns und eigentlich wollte ich gar keinen 2. Hund! Mein Partner und ich hatten zwar mal drüber gesprochen ....

Redaktion: Achso und dann kam doch alles anders?

Conny; Sie fiel uns auf, weil sie zwei mal kurz hintereinander vermittelt werden sollte. Da war sie gerade 4 Monate alt.

Redaktion: Also gesehen und gehört und dann los?

Conny; Ich habe sie in ihrem vorigen Zuhause besucht und sie hat mich angeknurrt und ist weggelaufen. Ich glaube, dass ist es gewesen ... 
Nachdem ich mich auf die Erde gesetzt hatte, kam sie ganz vorsichtig und wir konnten uns kennen lernen.
Sie hat ein ganz ruhiges, sanftes und vorsichtiges Wesen.

Redaktion: Und bei Dir zu Hause ging es so sanft und ruhig weiter?

Conny; Die Eingewöhnung bei uns war, wenn wir da waren, gut - aber allein hat sie vieles zerfressen. Ganz besonders Bettwäsche, Schuhe und Matratzen hatten es ihr angetan. Zum Glück blieben die restlichen Möbel heil. Das war ziemlich schrecklich. Irgendwann hörte es schlagartig auf.

Redaktion: Was denkst Du heute, warum hat sie das gemacht?

Conny; Sie hat bei uns ihr drittes wenn nicht sogar viertes Zuhause. Das dauert natürlich mit dem Ankommen - ganz klar. Sie musste erst einmal merken, dass sie bei uns auch wirklich willkommen ist und nicht gleich wieder weg muss. Dazu war sie auch noch sehr jung. Geliebt wurde sie von Anfang an! Vielleicht hat es nur etwas gedauert, es ihr auch wirklich zu zeigen und spüren zu lassen, dass sie es verstanden hat

Redaktion: Habt Ihr mit JayJay eine Hundeschule besucht?

Conny; Nein. Ich glaube auch nicht, dass wir dadurch was versäumt haben. Schön wäre es gewesen, wenn sie von Anfang an einen Hundekumpel zum Toben gehabt hätte, so wie sie es gerne mag. Sam mag kein Spielbeissen, er rennt lieber um die Wette. Mittlerweile arrangieren sie sich Beide und JaJay hat jetzt einen Kumpel, mit dem sie auf ihre bevorzugte Art spielen kann. Der Kumpel kommt uns regelmäßig besuchen. Wir haben ein eingezäunter Grundstück und dann geht die Post ab!

Sam, Conny und JayJay

Redaktion: 2 Hunde und jeder ist anders, hat beispielsweise seine eigene Art zu spielen. Was haben JayJay und auch Sam Dich noch gelehrt?

Conny: Dass das Leben hier und jetzt ist! Wichtig ist es, so zu leben, dass wir glücklich sind, uns wohl fühlen und zusammen sind. Sam ist nun schon 8 und wird grau. Mir wird immer mehr bewusst wie kurz eigentlich unsere Zeit zusammen ist. Ich muss noch viel ruhiger, geduldiger und gelassener werden. Beide schaffen es doch immer mal, mich auf die Palme zu bringen. (Conny grinst :-) )

Redaktion: Was denkst Du, gefällt es Deinen Hunden bei Dir, sind sie glücklich?

Conny: Ich hoffe es. Manchmal denke ich, dass Beide es besser haben könnten. Gerade was die Erziehung und damit verbundenen Freiheiten angeht. Glücklich...... Hmmmmm ich denke eigentlich schon. Die Grundbedürfnisse sind für sie wichtig. Sie leben als Familienmitglied in meiner Familie, wo sie alt werden können. Sie werden respektiert.
Und das was ich gebe, bekomme ich zurück. Vertrauen geben, Liebe geben, Geborgenheit geben, Freiheit geben, Grenzen geben......Es gehört alles zusammen.

Redaktion: Also siehst Du Dich eher als "Elternteil" als der Boss für Deine Hunde?

Conny: Ich bin kein Bosstyp. ich möchte mit meinen Hunden zusammen nicht über ihnen Leben. Ich bin nichts Besseres nur halt anders.

Redaktion: Wenn Du heute Deine Hunde anschaust, was denkst und fühlst Du?

Conny: Ich würde alles wieder so machen. Keinen Tag habe ich bereut, die Beiden bei mir zu haben. Sie gehören zu mir, sind ein Teil von mir und meinem Leben. Ich liebe sie so wie sie sind und freue mich das sie da sind. Jetzt gerade denke ich: Endlich sind sie müde und schlafen :-) !

Redaktion: Was kannst Du zukünftigen Hundeeltern mit auf dem Weg geben?

Conny: Ein Hund sollte immer gut überlegt sein. JayJay war sogar mal als Welpe ein unüberlegtes Hochzeitsgeschenk. Das geht gar nicht! Sam war mit seinen Macken und Marotten ein ein guter Lehrmeister. JayJay ist dagegen sanft, nur wenn sie draußen das Grundstück bewacht dreht sie richtig auf! Das ist  ihr Job, den sie sich gesucht hat und den sie auch braucht, um mal Dampf abzulassen - dass hat sie mich übrigens auch gelehrt!
Es kann immer anders kommen als man es sich vorstellt, trotzdem sollte man nicht aufgeben und sich seiner Verantwortung stellen.

Dank Facebook konnte ich dieses Interview mit Conny im Chat führen. Danke, liebe Conny!