MIt Herzblut für die Rasse ...

Autorin/Fotos: Birgit Jürs, 14.04.2017

Züchterin Birgit-Colette Jürs brennt für die Rasse Golden Retriever


Welches ist "meine" Rasse?

Angefangen hat es bei mir zu Beginn der 90er Jahre mit einem Hundewunsch, denn da konnte ich es umsetzen, einem Hund gerecht zu werden.
Mein Herz schlug eigentlich für einen schwarzen Schäferhund, aber die Gesundheitsaspekte und die Aufzucht gefielen mir persönlich nicht. Also begann ich mit der Recherche, deren Grundpfeiler waren:
- Ein nicht zu kleiner Hund ...
- Mit dem ich jede Menge Outdoor-Aktivitäten machen kann ...
- Der gesund ist ...
- Der über einen eigenen Willen verfügt ...
Irgendwann stiess ich auf die Rasse Golden Retriever und nachdem ich das große Rasseportrait von Pat Bush gelesen hatte, wusste ich diese Rasse soll es sein. Ich fand einen Jungrüden, der zu seinem Züchter zurückgegeben wurde.
Leider starb er, Tommy, viel zu früh an einem Herzleiden. Trotzdem war ich von der Rasse überzeugt, vom Wesen und Charakter der Hunde - sie sind und bleiben eben Jagdhunde. Im Jahr 2000 zogen dann zwei Rüden bei mir ein, Devon und Dexter. Ich habe sie selbst auf die Welt geholt und das war schon ein tolles Erlebnis.

Anforderungen Zulassung und Zucht

Dann setzte ich mich mit den Anforderungen für eine Zuchtzulassung auseinander. Folgende Punkte müssen bei jedem Zuchthund abgearbeitet werden:
- Gesundheitsuntersuchung = HD / ED Röntgen und Auswertung sowie Augenuntersuchung
- Wesenstest
- Zuchtzulassungsprüfung
- Ausstellungen
- Weitergehende Prüfungen wie z.B. Begleithundeprüfung, Dummyprüfungen oder jagdliche Prüfungen

Nicht jeder Hund besteht diese Vorgaben, was nicht heißt das er nicht ein tolles Tier ist, nur eben halt kein Zuchthund nach Vorgaben des Zuchtvereines. Dexters erste Welpen wurden im Jahr 2002 geboren und da war es um mich geschehen, ich war nun Züchter! Nach einigen Überlegungen und einer gehörigen Portion Bauchgefühl zog eine Hündin bei mir ein, mit der ich dann die Zucht unter dem Zwingernamen "von der Haake" begann.
In der Zwischenzeit bin ich beim O-Wurf angekommen. Bei der Planung eines Wurfes schaue ich mir Rüde und Hündin genau an und checke neben Ahnentafel, Befunden und Prüfungen auch mit ganz viel Bauchgefühl, ob Beide zueinander passen.
Bei mir bekommt die Mutterhündin ihre Welpen auf der Couch inmitten der Famile, alle sind dabei, alle helfen und alle freuen sich. Die Rüden schieben Wache und gucken bei jedem Piepser ob sie helfen können, dieg ganze Familie kennt den Ablauf und weiß, dass ich als Chefin das schon regele. Wenn die Welpen da sind ziehen wir in das Welpenzimmer. Während der Aufzucht – also in den 8 Wochen, schlafe ich die ganze Zeit bei den Babies, damit ich immer da bin. Die Welpen öffnen nach ca. 2 Wochen die Augen und Ohren und ab dann wird es spannend, weil sie anfangen, die Welt zu erkunden. Sie dürfen durch das ganze Haus laufen und kennen daher auch alle Geräusche und sind mitten im Leben dabei. Die tierische Familie ist immer um die Babies herum, dadurch lernen sie von klein auf alle Altersstufen kennen und wissen auch das man die Oldies nicht ständig belästigen darf, in den Jüngeren haben sie ihre Erzieher und die Katzen sind auch immer „mittenmang“ und bringen den Welpen spielerisch bei wie man mit Katzen umzugehen hat. Meine vierbeinigen Kinder sind großartig und ich liebe jedes einzelne von ihnen!

Welpenkäufer - eine ganz spezielle "Rasse"

Welpeninteressenten melden sich telefonisch und wir vereinbaren einen Kennlerntermin. Hierbei erfrage ich das Umfeld, was sie von dem Hund erwarten, wie viel Zeit sie in das Tier investieren wollen. Mich interessiert alles, denn sie bekommen mein Herzblut.
Bei solch einem Gespräch erfolgt auch eine ausführliche Beratung, denn die wenigsten wissen das es sich um einen Jagdhund handelt. Welpeninteressenten lege ich immer das Rasseportrait von Pat Bush ans Herz ,denn das behandelt das spezielle Wesen und die Eigenschaften des Golden Retrievers sehr detailliert.
Auch spielt die Chemie zwischen den Interessenten und mir eine Rolle und ich habe schon sehr oft gesagt: "Vielen Dank für den Besuch aber sie bekommen keinen Welpen von mir!" Der Welpe wird mit 8 Wochen und einem Tag an seine neuen „Eltern“ übergeben mit Futteranleitung und vielen weiteren Informationen und natürlich dem Hinweis - es ist ein Baby, was erst lernt! Nach der Abgabe stehe ich immer mit Rat den neuen Besitzern zur Verfügung und es ist keine Seltenheit, dass in den ersten vier Wochen nach Einzug des Babies das Telefon mehrmals täglich klingelt und Fragen gestellt werden. Das gehört dazu. Auch gebe ich immer mit auf den Weg, dass das Baby  bei mir immer ein Zuhause hat und sollte sich das Leben der neuen Hundeeltern aufgrund nicht vorhersehbarer Ereignisse ändern, kommt der Hund zu mir zurück. Leider musste ich auch schon zwei mal Hunde zurückholen! Meine Drohung an die neuen Hundeeltern, wehe wenn es meinem Baby bei euch nicht gut geht, dass ich dann ich zur Bestie werden, können so einige bestätigen.

Reich werden kann ich nicht mit meiner Zucht, die Kosten, bis man einen Hund in der Zucht hat, überschreiten um ein vielfaches die 1000-Euro-Grenze. Einen Wurf aufzuziehen bedeutet nicht nur (gutes) Futter sondern auch Impfen und Chippen. Rasseechtheitszertifikate (Ahnentafeln) und Wurfabnahme durch den Verein sind kostenintensiv und natürlich auch die Decktaxe für den Vater muss bezahlt werden.
Züchten bedeutet für mich eine Lebenseinstellung und es geht mir um die Hunde, ihre Gesundheit - um die Erhaltung der Rasse mit ihren hervorragenden Eigenschaften! Ich verstehe mich als Hüter der Rasse und setzte mich mit meiner ganzen Kraft, meinem Wissen und der Liebe zu meinen Tieren für eine seriöse gesunde Zucht ein!

 

Birgit Jürs


Kontakt:
Mail:
b.c.juers@aol.de

Vita

Ich lebe in Schleswig-Holstein mit meinen 8 Golden Retrievern und 2 Katzen, bin ledig – irgendwie habe ich den richtigen Mann noch nicht gefunden. Hauptberuflich bin ich Key Account Manager in einem international tätigen Exportunternehmen, denn das Futter für meine vierbeinigen Kinder muss verdient werden, hinzu kommt dann das Hundetraining. Meine vierbeinigen Kinder sind ausserdem gern gebuchte Darsteller für Filme, TV-Spots und Werbung, sie finden diese Jobs immer ganz großartig denn sie sind die Stars und werden von allen so behandelt. Meine Leidenschaft neben den Hunden und Katzen ist das Meer und Sonne, bei den sportlichen Aktivitäten wie Radfahren, Inline-Skating, Eisessen begleiten mich natürlich die Hunde.